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Aus einem Brief von Schwester Margarida Fahl OSB aus Olinda:
Mit Freude und nicht zu bezwingendem Mut unterhalten wir zehn Stationen, die sich auf drei Staaten im Nordosten Brasiliens verteilen: Pernambuco, Ceará und Bahia. Es sind zwei Missionszentren, drei Sozialzentren, ein Krankenhaus, vier Schulen und eine Fakultät.
In den Missionszentren, stehen die Schwestern den Pfarreien zur Verfügung und widmen sich den verschiedensten Pastoralarbeiten. Es ist notwendig, dass die Schwestern einen engen Kontakt mit dem Volk haben. Sie wohnen in kleinen Gemeinschaften im Innern des Landes. In den 20 Jahren unserer Präsenz in Malhada die Pedras, erstanden schon 35 Basisgemeinschaften, wo die geschulten Führertypen auch die Verantwortung der Kapelle übernehmen und die Kommunionausteiler sind. Regelmässig besuchen die Schwestern „über Stock und Stein“ diese ungefähr 25 km entfernten, in der Regenzeit aber nicht zu erreichenden Basisgemeinschaften. Zu den faszinierendsten Arbeiten jedoch gehören die Volksmissionen.
Aber nicht nur das Wort Gottes, sondern auch Brot wird gereicht. So haben die Schwestern in Malhada de Pedras ein grossartiges Ziegenprojekt gemanagt bis alle armen Familien ihre Ziege hatten und die Sterblichkeit der Kinder wegen Unterernährung 100% zurückging.
Gott gibt Liebe ins Herz und jeden Tag neue Kraft. Durch die Initiative des Zentrums und Kooperation von Fachkräften wurden schon mehrere Hundert Zisternen zum Sammeln von Regenwasser im Trockengebiet von Südbahia gebaut, die den Trinkwasserbedarf während der langen Trockenmonate decken.
Der Wunsch aller unserer neu Eintretenden ist es, einmal in ein Missionszentrum gesandt zu werden.
Zu den Sozialzentren: Wie die Missionszentren in priesterarmen Gegenden begannen, so haben unsere Sozialzentren alle in einem Slum begonnen, hier „Favela“ genannt. Sie bieten Hilfe zur Selbsthilfe an und bald ändert sich das Ambiente.
Die Zentren haben Kindergärten und sehr aktive Seniorenclubs. Schwerpunkt aber ist die Arbeit mit Jugendlichen, denen sich die Schwestern mit Opfergeist und kreativer Hilfe von Laien hingeben, um sie beruflich, geistig, musikalisch, künstlerisch und religiös zu fördern.
Das Krankenhaus „Hospital-Maternity“ in Barbalha hat 228 Betten. Es ist ein „Schul-Krankenhaus“, an die Universitäten in Fortaleza und Juazeiro angeschlossen. Die modern ausstaffierte Abteilung Onkologie wird auch von Kranken aus den Nachbarstädten und anliegenden Staaten aufgesucht. Das Krankenhaus bietet den armen und entfernt wohnenden Krebskranken für die Zeit ihrer Behandlung ein geräumiges Haus.
In unsere vier Schulen - von Vorschule bis Abitur - kommen Schüler aus dem Mittelstand. Die Schule in Bairro Novo ist die grösste mit 1776 Schülern; die in Caruaru hat 1478; Santa Gertrudes in Olinda 500 und die Schule in Recife ist kleiner.
Die Schulen haben neben ihrer Pädagogischen Tätigkeit auch ein soziales Werk.
Die Schule „Santa Gertrudes“ in Olinda unterhält seit 30 Jahren eine dreiklassige Vorschule im Slum „Campo do V8“, die von den Novitiatsmitgliedern betreut wird. Die Novizenmeisterin macht in dieser und der Nachbar-Favela mit ihren Anvertrauten wichtige Pastoralarbeiten auf sozialem und religiösem Gebiet.
Einige jüngere Schwestern und jüngere Ältere, die noch ein Stückchen Zeit zwischen ihren Verpflichtungen heraus ergattern können, machen regelmässig Besuche in den Slums, gezielt zu den Familien, die sich monatlich ein Esspaket von der Klosterpforte abholen dürfen. Für diese Möglichkeit sei den Spendern ein grosses Vergelt’s Gott gesagt!
Die Schwesterngemeinschaft in Bairro Novo arbeitet auch in ihrem kleinen Missionszentrum „Unsere Liebe Frau vom Berg“ und erzieht ihre Schüler zu sozialem Engagement, wobei diese mit Begeisterung mitmachen.
Die Kommunität in Caruaru macht Pastoralarbeiten auf dem Berg „Monte Bom Jesus“ - einer grossen Favela. Sie leitet in der Vorstadt Villa Kennedy das umfangreiche Sozialzentrum „Sigillinde Piquet“, in dem auch, als etwas Besonderes, Computerkurse gegeben werden.
Das von Sr. Gerhilde Linkholt idealisierte und von Sr. Eligia Mayer weitergeführte Häuserbau-Projekt, ist beendet und wurde der Diözese Caruaru übergeben. Über Hundert aus den Slums ausgewählte Familien haben bereits ihr eigenes Häuschen. Da die gleichen Spender dieses Projekt nicht aufgeben wollten, wird es in Olinda, in kleinerem Masse, weitergeführt.
Zu Recife: Hier ist unser „Haus Sankt Benedikt“. Hier in der Landeshauptstadt, wo Ärzte und Krankenhäuser in der Nähe sind, leben unsere kranken und pflegebedürftigen Schwestern. Alles ist auf einer Ebene: Kirche, Refektorium, grosse Gartenhalle und Kreuzweg. Treten sie aus ihren geräumigen Zimmern, sind sie im schattigen Garten mit Blumen, Bäumen und Vogelgesang. Auf der Terrasse rings um den Garten, machen die Mutigsten ihre Rundgänge.
Die Fakultät liegt am Stadtrand von Olinda. Sie hat 1340 Studenten, aus dem Mittelstand. Sie bietet an: Pädagogik mit vier Spezialisierungen, Psychologie mit zwei Spezialisierungen, Sprachen, Tourismus, Krankenpflege und Magisterkurse. Die Fakultät unterhält eine Klinik für Psychotherapie und eine Taubstummenschule, in denen ausschliesslich die Bewohner der umliegenden Armenviertel aufgenommen werden. Bessergestellte, die aufgenommen werden möchten, müssen die Behandlungen bezahlen. Auch ein Seniorenclub wird von den Pädagogik- und Psychologiestudenten betreut.
Nun haben wir unsern Blitzrundgang durch die zehn Stationen beendet. Wir haben nur Äusseres gesehen, aber überall Freude und Einsatz gespürt. Wenn wir nun noch das Alter anschauen, und sehen, dass von den 67 ewigen Professen des Priorates, 27 Schwestern zwischen 75 und 93 Jahren „jung“ sind, dann wissen wir, dass alle Kraft von oben kommt. Die Hand, die uns gerufen hat, baut mit uns an Seinem Reich. Erfrischend ist unsere Novitiatsjugend. Wir haben 4 Novizinnen, 3 Postulantinnen und 3 Kandidatinnen. Während ihr Durchschnittsalter 27,5 Jahre ist, ist das der 6 Jungprofessen 34 Jahre.
In Dankbarkeit der nie fehlenden Hilfe des Auferstandenen Herrn, grüsst Sie herzlich,
Schw. Margarida Fahl, OSB
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